Story

Isabelle Goldinger

Mit Farben entwickeln ist es ein bisschen wie mit Backen. Wir fügen Zutaten zusammen, mischen alles – einfach ohne Rezept. Wir probieren viel. Tüfteln auch. Und experimentieren. Um die Farbe als solches ihrem Verwendungszweck zuführen zu können, muss man sie spüren. Ich auf jeden Fall merke rasch einmal, ob mir ein Lack, eine Farbe sympathisch ist oder nicht. Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen komisch, hat aber sehr viel mit dem Gespür für Struktur und Beschaffenheit zu tun. Etwas, das man vor allem durch Erfahrung erlangt. Ich bin seit über zwanzig Jahren in diesem Metier zuhause.

Das Forschen und Entwickeln hat man im Blut oder nicht. Da bin ich mir ganz sicher. Wir Laborantinnen und Laboranten von Monopol sind ein ganz spezielles Völkchen. Die meisten von uns waren schon als Kind viel am Experimentieren. Mittlerweile habe ich die kleinen Reagenzgläser gegen die grossen Farbkübel eingetauscht. Farbe ist eine unglaublich faszinierende Materie. Auf der einen Seite ist da der Ton, der das Erscheinungsbild prägt, auf der anderen die Zusammensetzung, welche über Verwendungszweck und Funktion bestimmt.

Am Anfang steht immer das Bindemittel. Es bildet das Rückgrat einer jeden Farbe. Davon ausgehend tasten wir uns je nach Kundenwunsch ans Resultat heran. Manchmal soll der Lack Korrosionsschäden verhindern, manchmal grosser Sonneneinstrahlung standhalten. Natürlich haben wir da Erfahrungswerte und Rezepte – häufig aber geht es wirklich darum, auszuprobieren, neue Wege zu erschliessen und Zusammensetzungen zu kreieren. Mit offenem Ausgang quasi. Angst vor dem Scheitern, die darf man in meinem Job definitiv nicht haben!

Meine Lieblingsfarbe? Königsblau. In absoluter Reinheit ist das übrigens gar nicht so häufig anzutreffen, wie man vielleicht meint.

Ihre Ansprechpartner in Fislisbach

Weitere Stories